Präsidenten der SOG
Prof. Dr. sc. pol. Wilhelm Gülich: 1954-1960 (*1895 ✝1960)
Wilhelm Gülich, geboren 1895 in Hessen, war SPD-Politiker und erster Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft (SOG). Nach seiner Promotion in Ökonomie baute er in den zwanziger Jahren die Bibliothek für das Instituts für Weltwirtschaft auf, deren Direktor er auch während des „Dritten Reiches“ blieb. Zudem betreute er die Bibliothek des dortigen Deutschen Auslandswissenschaftlichen Instituts. Nach dem 2. Weltkrieg trat er der SPD bei, für die er auch im Parlament in Kiel und Bonn saß. Gülich wurde 1954 erster Präsident der SOG und blieb es bis zu seinem Tod im Jahr 1960.
Dr. phil. Rudolf Vogel: 1960-1965 (*1906 ✝1991)
Rudolf Vogel wurde 1906 in Schlesien geboren und war als Journalist und Politiker in der CDU tätig. Er studierte u. a. Wirtschaftsgeografie und Publizistik und arbeitete für verschiedene Blätter. Im Zweiten Weltkrieg war Vogel im griechischen Saloniki (Thessaloniki) und unter deutscher Besatzung Chef einer Propagandakompanie. Nach Kriegsende trat er in die CDU ein und war 1949 bis 1964 Mitglied des Bundestags. Dort wurde er u. a. Vorsitzender des Ausschusses für Presse, Rundfunk und Film. Er war ständiger Vertreter Deutschlands bei der OECD und bekleidete kurzzeitig die Position eines Staatssekretärs. Von 1960 bis 1965 war Vogel der zweite Präsident der SOG. Ihm zu Ehren vergab die SOG nach seinem Tod 1991 die „Rudolf-Vogel-Medaille“. Sie wurde 2013 in „Journalistenpreis der Südosteuropa-Gesellschaft“ umbenannt, nachdem sich der Preisträger Andreas Ernst geweigert hatte, sie unter Vogels Namen anzunehmen.
Dr. jur. Walter Althammer: 1965-2000 (*1928 ✝2025)
Walter Althammer, 1928 in Augsburg geboren, war von Beruf Jurist und wirkte als Politiker in der CSU. Nach der Schule wurde Althammer noch 1945 kurzzeitig als Infanteriesoldat eingezogen und kam in Kriegsgefangenschaft. Zurück in Deutschland begann er ein Jurastudium in München, das er 1956 abschloss. Er arbeitete als Rechtsanwalt und Verwaltungsrat, u. a. auch im bayerischen Kultusministerium. Althammer war seit 1952 CSU-Mitglied und errang 1961 erstmals ein Bundestagsmandat. Er wirkte in zahlreichen Bundestagsausschüssen, sowie als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Landesgruppe. Von 1978 bis 1986 war er Vorsitzender der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. 1965 wurde er Präsident der SOG und blieb es bis ins Jahr 2000. Er wurde zu ihrem Ehrenvorsitzenden gewählt. Walter Althammer starb 2025. Den offziellen Nachruf auf Dr. Althammer aus den Südosteuropa Mitteilungen finden Sie hier.
Dr. h.c. Gernot Erler: 2000-2020 (*1944)
Der SPD-Politiker Gernot Erler, Jahrgang 1944, studierte Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft in Berlin und Freiburg im Breisgau. Er wurde zunächst Verlagsredakteur und arbeitete anschließend bis 1979 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Osteuropäische Geschichte an der Universität Freiburg. 1970 trat Erler der SPD bei und war zunächst in der Kommunalpolitik engagiert. 1987 zog er in den Bundestag ein und war von 1998 bis 2005 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD. Als profilierter Außenpolitiker wurde Erler 2005 in die Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU) als Staatsminister im Außenministerium berufen und blieb es bis 2009. 2014 bis 2018 wirkte er als Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland und Zentralasien. Erler engagierte sich in mehreren gesellschaftlichen Vereinigungen und war von 2000 bis 2020 der vierte Präsident der SOG.