Podiumsdiskussion

Gastarbajteri: Kunst und Aktivismus der Gastarbeit

  • hor29.novembar Photo credit: Charlotte Dumard

    hor29.novembar Photo credit: Charlotte Dumard

    Das Jahr 2026 markiert den sechzigsten Jahrestag des Anwerbeabkommens Österreichs mit Jugoslawien. Das Podium bringt zu diesem Anlass Künstler:innen und Aktivist:innen zusammen, die sich in ihrer Arbeit für die Sichtbarkeit und Anerkennung der Gastarbeiter:innen und ihrer Nachfolgegenerationen einsetzen. Während die Leistung der ersten Generation nach wie vor in der österreichischen Geschichtsschreibung kaum Beachtung findet, erkämpfen sich die gastarbajteri der Kunst und des Aktivismus Sichtbarkeit im Film, im Museum, auf Social Media sowie in Wissenschaft und öffentlichem Raum. 

     
    Mit dabei sind

    • Olga Kosanović (Filmemacherin): „Meine Einbürgerung in mein Geburtsland Österreich war ein langer schwieriger Weg, denn: Wenn eine Katze in der Hofreitschule Junge wirft, sind das noch lange keine Lipizzaner? 
    • Marko Marković (hor 29. novembar) „Unsere Chorgeschichte fing in Ottakring mit (Gast)Arbeiter:innen-Liedern an!“
    • Anna Seidel (MUSMIG Museum für Migration): „Die Erfahrungen der Gastarbeiter:innen und die späterer (Arbeits-)Migrant:innen sind nicht so unterschiedlich!“
    • Katharina Tyran (burgenländischkroatisch): „Ob Krowod oder Tschusch – Marginalisierung hat in Österreich eine lange Tradition.“

    Moderation

    • Miranda Jakiša, sowie als musikalische Begleitung der Chor hor 29. novembar mit (Gast)Arbeiter:innen-Lieder

    Olga Kosanović ist Regisseurin und Autorin und lebt in Wien. Ihr Langfilmdebüt "Noch lange keine Lipizzaner" befasst sich mit den Hürden der Einbürgerung in Österreich. Ihre Filme liefen auf zahlreichen Internationalen Festivals und wurden insgesamt mit über 25 Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem 3Sat-Nachwuchsfilmpreis, mit dem Preis für den besten Nachwuchsfilm bei der Diagonale sowie zweimal mit dem österreichischen Filmpreis. 2025 wurde sie vom BMWKMS Österreich mit dem Outstanding Artist Award ausgezeichnet.

    Marko Marković ist Mitglied des Chors Hor 29. Novembar. Gegründet 2009 in Wien, ist der Chor ein selbstorganisiertes und offenes Gesangskollektiv. Ursprünglich als einmalige Kunstaktion entstanden, entwickelte er sich rasch zu einer kontinuierlich arbeitenden Gruppe, die bei Demonstrationen, Interventionen und Konzerten auftritt. Das Repertoire umfasst Lieder zu Migration und Arbeit sowie Revolutions-, feministische und Partisan*innenlieder in vielen Sprachen. Der Chor versteht sich als offenes Kollektiv ohne feste Mitgliederzahl. Der Name bezieht sich auf den Gründungstag Jugoslawiens am 29. November 1943. Das damit verbundene musikalische Erbe wird vom Chor aufgegriffen und in zeitgenössische Kontexte übersetzt.

    Anna Seidel ist Obfrau sowie eine der Direktor:innen von MUSMIG - Museum der Migration. Seit 2019 existiert MUSMIG als Versuch migrantischer, Community-übergreifender Selbsthistorisierung und fordert ein Museum der Migration in Österreich. Anna Seidel lehrt und forscht als Assistenzprofessorin an der Universität Wien.

    Katharina Tyran ist Slawistin mit soziolinguistischem Schwerpunkt. Sie ist Assoziierte Professorin für Slawische Philologie an der Universität Helsinki, und war davor in Wien und Berlin tätig. Sie forscht und lehrt zu minorisierten Sprachen, zur Sichtbarkeit von Sprachen und Schriften, mit einem südslawistischen Fokus und besonderem Augenmerk auf das Burgenländischkroatische. 
     

    Miranda Jakiša ist Univ.-Professorin an der Uni Wien und forscht zu Kulturen der gastarbajt.

     

    Eintritt frei! Keine Anmeldung notwendig

    Position des Zeltes: https://goo.gl/maps/8FjYQNtdnaUiKCcs6

                 

    Am 10.06.2026, 19:00 h

    Venue: Campus der Universität Wien („Altes AKH“), Festivalzeit in Hof 1

    Vienna BranchBosnia and HerzegovinaYugoslaviaKosovoCroatiaNorthern MacedoniaMontenegroSerbiaSloveniaPresent

    In Kooperation mit: RECET - Research Center for the History of Transformations