Lesung und Gespräch

30 Jahre nach Beginn des Bosnienkrieges: Lesung und Gespräch mit Dževad Karahasan zu seinem „Tagebuch der Übersiedlung“ (2021)

Foto: Uni Halle / Markus Scholz

Zum Inhalt: 

Vor 30 Jahren, im April 1992, brach der Bosnien-Krieg aus. Durch den Krieg in der Ukraine erhält dieses Ereignis eine unerwartete Aktualität. 30 Jahre sind es auch, seitdem der bosnisch-herzegowinische Autor Dževad Karahasan im belagerten Sarajevo seine Gedanken über Krieg und Literatur, die gesellschaftliche Verantwortung von Schriftsteller:innen und die Zerstörung von Multikulturalität niederschrieb. Sein „Dnevnik selidbe“ („Tagebuch der Übersiedlung“) verschaffte ihm nach seinem Erscheinen im Jahr 1993 gleichsam über Nacht internationale literarische Bekanntheit: Auf eine Übersetzung ins Deutsche folgten u.a. Übertragungen ins Englische, Französische, Tschechische, Polnische, Italienische und Spanische. Inzwischen zählt Dževad Karahasan zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller:innen Europas.  

Im letzten Jahr erschien eine überarbeitete Ausgabe dieses Essaybandes in der neuen Übersetzung von Katharina Wolf-Grießhaber. Wir möchten mit dem Autor über die Aktualität dieses Werks ins Gespräch kommen und zugleich über seine zeitlosen Themen sprechen: das Verhältnis von Krieg und Literatur, Sprache als Waffe und Schutzraum und was man von Literat:innen in Zeiten gewaltsamer Umbrüche erwarten kann.  

Die Lesung ist Teil des Projekts „МИР! Friedensimpulse und Friedenshürden“, das das Seminar für Slavistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Sommersemester 2022 in der festen Überzeugung startete, dass von Literatur und Kunst wichtige Impulse gegen den Krieg und für ein friedvolles Zusammenleben ausgehen können. 

Dževad Karahasan, der in Sarajevo und Graz lebt, ist Schriftsteller, Dramatiker, Essayist, Dramaturg und Literaturwissenschaftler. Er lehrte an den Universitäten in Sarajevo, Salzburg, Göttingen, Berlin und Graz, wurde für sein schriftstellerisches Wirken u.a. mit dem Europäischen Essaypreis „Charles Veillon“ (1994), dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2004), der Auszeichnung „25. novembar“ für sein schriftstellerisches Lebenswerk (2016), dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main (2020) geehrt. (Foto © Almin Zrno)

Moderation

Dr. Željana Tunić, Vertretungsprofessorin Südslavistik an der MLU Halle-Wittenberg

Veranstalterinnen

Prof. Dr. Angela Richter, Leiterin der Zweigstelle Halle der SOG              
Prof. Dr. Gabriela Lehmann-Carli, Direktorin des Seminars für Slavistik der MLU

Am 27.04.2022, 18:00 Uhr

Ort: Online über Zoom

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