Lesung und Gespräch

Leben im und nach dem Krieg in Bosnien und Herzegowina

mit dem Schriftsteller Faruk Šehić, Sarajevo

Foto © Ema Friš

„Mit seiner Auslotung der Themen Krieg und Frieden, Unschuld und Trauer hat Šehić eine demutsvolle Meditation über ein existenzielles Rätsel verfasst, wie man das innere Selbst erhält inmitten einer Welt, die es auf unvorstellbare Weise angreift.“ (The Guardian)

 

Vor 30 Jahren brach der Bosnien-Krieg aus und der 22jährige Student der Veterinärmedizin Faruk Šehić wurde plötzlich Soldat. Nach dem Krieg wurde aus dem Soldaten ein Schriftsteller. Der Krieg und das Leben in einer traumatisierten Gesellschaft wurden zu den zentralen Themen seines literarischen Schaffens. Dabei gelingt es ihm, Themen anzusprechen, die weit über den zeitlichen Horizont der bosnisch-herzegowinischen Kriegs- und Nachkriegsgesellschaft hinausgehen: wie die Natur und das Leben beharrlich dem Tod und der Zerstörung trotzen und der Mensch immer wieder vom Neuen anfängt.

Faruk Šehić, geb. 1970 in Bihać (damals: Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien), zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Bosnien und Herzegowinas. Ab 1997 studierte Šehić in Sarajevo Literaturwissenschaft und begann zur selben Zeit mit dem Schreiben von Prosa und Lyrik. Für seinen Roman „Knjiga o Uni“ (2011; Ü: Buch über die Una) erhielt er u.a. 2013 den Literaturpreis der Europäischen Union. Inzwischen wurden seine Werke in 16 Sprachen übersetzt, darunter das Französische, Ungarische, Polnische, Englische, Deutsche und Italienische. Šehić schreibt auch als Journalist für das Nachrichtenmagazin „BH Dani“ und die Sarajevoer Tageszeitung „Oslobođenje“. Der Autor lebt in Sarajevo.

Moderation

Željana Tunić, Jun. Professorin für Slavistische Kulturwissenschaft/ Südlsavistik an der MLU Halle-Wittenberg

Am 18.11.2022, 18:00 Uhr

Ort: Grüner Salon, Literaturhaus Halle

ZS HalleBosnien und HerzegowinaLiteraturwissenschaft

In Kooperation mit: 

Seminar für Slavistik der MLU Halle-Wittenberg

Literaturhaus Halle